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KULTUR
WINTERTHUR

Dienstag, 16. Juli 2013 Stadtanzeiger Winterthur George Stutz
Am Anfang stand die Idee Kurt Islikers, beim Reitplatz vor allem zugunsten des FC Töss wieder einmal «eine grössere Nummer» zu realisieren. Mit diesem Vorhaben konfrontierte er seinen Schwager und Musikfreak Dani Stöhr. «Ich war sofort Feuer und Flamme», erinnert sich der damalige Musikchef von Radio Eulach. Und weil sie noch einen ausgewiesenen Kommunikator brauchten, der zudem bestens mit den städtisch relevanten Stellen vernetzt war, «kamen wir gar nicht an Heinz Meister vorbei», erinnert sich Kurt Isliker. Ein Open Air musste es sein. Darum kamen die drei Freunde gar nicht drum herum, den Kontakt zu den grossen Musikagenturen zu suchen. Dani Stöhr versuchte daher sofort, bei «Mister Good News», André Bechir, anzuklopfen. Er kam allerdings nur bis zu dessen Stellvertreter, Urs Wäckerli. Und dieser teilte den drei angehenden Open-Air-Organisatoren unmissverständlich mit, dass bei Good News Partner nicht erwünscht seien. Sofort Interesse zeigte hingegen Harry Sprenger von Free & Virgin. Heinz Meister erinnert sich: «Als wir Sprenger mündlich zugesagt hatten, meldete sich plötzlich André Bechir, entschuldigte sich für die zu voreilige Absage seines Mitarbeiters und wollte uns treffen.» Zu spät. Mit Harry Sprenger und seinem Partner von «Out in the Green» Frauenfeld, Ermano Conti, war bereits ein Treffen in Töss terminiert. «Sie waren vom Ambiente am Reitplatz hell begeistert», so Kurt Isliker. «Orchester» vom Feinsten Also konnten er und seine zwei Partner sich auf die Organisation rund um die Musikbühne konzentrieren. Mit der nötigen Gründung der Interessengemeinschaft Pro Kultur Winterthur, Bewilligungen einholen, Verkehrs- und Abfallkonzepte erstellen, Land für die Zeltplätze verhandeln, vielen Marketingaktivitäten, Helfersuche, Vermietung von Marktständen und baulichen Komponenten, wie der Erstellung einer provisorischen Holzbrücke über die Töss, und vielen weiteren Vorbereitungsarbeiten, hatten Kurt Isliker, Heinz Meister und Dani Stöhr alle Hände voll zu tun. «Rund ein Jahr lang steigerte sich unser Feierabendpensum für das Open Air Festival Winterthur wöchentlich », erzählt Heinz Meister. Während sich Dani Stöhr und Kurt Isliker bereits auf die angekündigten Highlights wie Peter Gabriel, The Hooters, Aerosmith, ZZ Top, The Kelly Family, Whitesnake, Die Toten Hosen und viele mehr freuten, vermochte Meister mit diesen Namen nicht viel anzufangen. Dani Stöhr lacht: «Der Höhepunkt war ja, als Heinz Meister an einer grossen Pressekonferenz vor versammelten Vertretern aller grossen Medien über ‹tolle Orchester› informierte, die auf dem Reitplatz auftreten würden.» Das Risiko der drei Organisatoren und vor allem Ermano Conti – er plante eigentlich, das Out in the Green fortan alternierend in Frauenfeld und auf dem Reitplatz durchzuführen – zahlte sich aus. 25 000 Musikfans – mehr hatte die Stadt nicht erlaubt – feierten ein Open Air, das selbst von einigen der aufgetretenen Musikern als eines der schönsten bewertet wurde. Und nicht nur Kurt Isliker hatte etwa am Anblick von 20 begleitenden Frauen der ZZ-Top-Bärtigen – einer kam per Mercedes-Limousine, die anderen je mit einem Car – backstage seine Freude. Alle drei reden heute noch von einem unvergesslichen Erlebnis. Übereinstimmend sagen sie: «Ein selbsttragender und unvergesslicher Event, wie wir ihn 1994 organisierten, müsste auch anlässlich des 750-Jahr-Jubiläums möglich sein.» Ohne Stadt wäre es auch damals im Reitplatz nicht zur grossen und friedlichen Party gekommen, «die Stadt unterstützte uns mit all ihren möglichen Ressourcen hervorragend, aber Geld floss trotz einem Open-Air-Budget von 3,5 Millionen Franken nicht.» Und die drei Freunde bezogen von der Stadt auch kein fürstliches Honorar, wie es der Winterthur-750-Organisator François Cochard tut, sondern investierten ihre Freizeit aus purer Freude, wie sie sagen: «Von Winterthurern für Winterthur.»